Verhalten nach Zahnunfall

Bei einem Zahnunfall ist nebst dem Zahn meist auch noch ein Teil der Mundschleimhaut sowie Lippe oder Wange betroffen. In schweren Fällen kann der Kieferknochen frakturieren. 

Bei Zahnunfällen sollten Sie unverzüglich einen Zahnarzt kontaktieren. 

Ihr Zahnarzt wird den Zahnschaden:

  • Röntgen
  • Feststellen das keine schweren Grunderkrankungen vorhanden sind
  • Einen Kältetest durchführen, um die Zahnnerven auf Ihre Vitalität zu prüfen
  • Den Zahnschaden fotographieren
  • Ein Zahnschadenformular ausfüllen

Erst durch dieses Zahnschadenformular ist der Zahnschaden bei der Versicherung gemeldet und garantiert Ihnen eine Deckung der Kosten bei Folgeschäden.

Fragen & Antworten zu Zahnunfälle

Ich habe beim Essen von Wild auf eine Schrotkugel gebissen. Im Mund hat es furchtbar geknackt. Ich habe keine Schmerzen und wenn ich mit der Zunge über die Zähne fahre fühlt sich alles normal an. Was raten Sie mir?

Ich würde Ihnen eine Zahnuntersuchung empfehlen. Häufig ist es nach der von Ihnen geschilderten Situation so, dass eine Füllung oder eine Zahnwand angerissen ist. Meist löst sich dann nach einigen Tagen ein Stück Zahn oder Füllung.

Wichtig in diesem Zusammenhang:
Wenn infolge von Schrotkugeln, Pfirsichsteinen oder ähnlichem ein Zahnschaden entsteht, so wird dies von der Versicherung nicht übernommen!

Mir ist in den Ferien ein Zahn abgebrochen und da ich keine Schmerzen hatte, bin ich auch nicht zum Notfallzahnarzt gegangen. Wäre es besser gewesen, wenn ich schon in den Ferien zum Zahnarzt gegangen wäre?

Wenn Sie nur für kurze Zeit im Ausland sind und nach dem Zahnunfall keine Zahnschmerzen verspüren, können Sie in der Regel bis nach den Ferien mit einem Zahnarztbesuch warten.

Ich mache mir grosse Sorgen um meinen Schneidezahn, der nach einem Unfall nun gelockert ist. Mein Zahnarzt meinte, der Zahnnerv sei in Ordnung und hat nichts weiter unternommen. Der Zahn wackelt aber. Kann es sein, dass ich ihn verliere? 

Ohne genaue Untersuchung kann ich leider keine Diagnose stellen. Durch eine Fixierung des Zahnes an die Nachbarzähne kann der Zahn stabilisiert werden. Ursache der Beweglichkeit könnte aber auch eine Wurzelfraktur (Wurzelbruch) oder eine stark fortgeschrittene Parodontitis sein. In diesem Fall ist der Zahn in der Regel verloren und muss extrahiert (gezogen) werden.

Ich finde meinen Impfausweis nicht mehr. Ich bin nicht sicher ob ich schon eine Tetanus-Spritze hatte oder nicht. Ist das ein Problem? 

Bei totalluxierten Zähnen besteht immer die Gefahr einer Blutvergiftung. Deswegen sollten Sie bei Ihrem Hausarzt abklären ob eine erneute Impfung notwendig ist, oder ob Sie noch genügend Antikörper besitzen.

Sie schreiben auf Ihrer Internetseite dass die Überlebenschance eines herausgeschlagenen Zahnes bei ungefähr 50% liegt. Ist dies Zeit abhängig? Ist es ein Nachteil, wenn ich den Zahn während 10 Stunden in Milch aufbewahren musste, bis ich von einem Notfallzahnarzt behandelt wurde?

Ja, Sie sollten so schnell wie möglich behandelt werden. Die Zellen der Wurzelhaut sind sehr empfindlich und sterben mit der Zeit ab. Je länger mit einer Replantation (Wiedereinsetzen) des Zahnes abgewartet wird, umso schlechter sind die Überlebenschancen für den Zahn.

Muss ich befürchten, dass ich meinen durch einen Unfall verschobenen Zahn verliere? Mein Zahnarzt meinte, dass der Zahn in das Zahnfach hineingeschoben wurde und dass sich das von selbst wieder in die richtige Position bringe. 

Im Normalfall werden intrudierte (hineingeschlagene) Zähne durch den Zahnhalteapparat wieder in die ursprüngliche Position gebracht. Unter Umständen kann es aber zu einem Absterben des Zahnnervs kommen. Zu einem späteren Zeitpunkt kann auch eine Extraktion (Ziehen) des betroffenen Zahnes notwendig werden.

Sie schreiben auf Ihrer Internetseite dass ein verschobener Zahn durch eine Schiene in die richtige Position gebracht wird. Wie muss ich mir das vorstellen? Kann ich da überhaupt noch Essen? Wer macht diese Schiene? Ein Kieferorthopäde oder ein Zahnarzt? Ist diese Schiene sichtbar? 

Die Schiene besteht in der Regel aus einem Draht, der mittels Komposit an den Zähnen befestigt wird. Die Schienung erfolgt durch einen Zahnarzt und ist sichtbar. Essen könne Sie ganz normal, Sie müssen aber die Ernährung etwas umstellen. Harte Speisen sollten vermieden werden, um den Zahn nicht unnötig zu belasten. Meist wird die Schiene nach 10-14 Tagen wieder entfernt.

Abgebrochener Zahn

Ein abgebrochener (frakurierter) Zahn ist meist eine direkte Folge eines Zahnunfalls. Wenn nur ein Teil der natürlichen Zahnkrone abgebrochen ist, kann mit einer Kompositfüllung, einem Veneer oder einer Krone die fehlende Zahnsubstanz wieder aufgebaut werden.

Bei Zahnunfällen sind am häufigsten Oberkiefer Frontzähne betroffen. Grundsätzlich sollte nach jedem Zahnunfall eine Befundaufnahme beim Zahnarzt erfolgen. Nur so kann der Zahnschaden der Versicherung gemeldet und nur so werden Folgeschäden des Zahnunfalls von der Versicherung gedeckt. Verletzungen der Zahnhartsubstanz (Zahnkrone und Zahnwurzel) können wie folgt eingeteilt werden:

Schmelzfrakturen
Schmelzfrakturen betreffen nur die äusserste Zahnschicht. Sollte die Pulpa (Zahnmark) durch den Unfall keinen Schaden genommen haben, so werden Schmelzfrakturen meist durch aufpolieren der Oberfläche oder kleine Kompositaufbauten wieder in Stand gesetzt. Meist entstehen bei kleinen Schmelzfrakturen keine grösseren Schmerzen.

Schmelz-Dentin-Frakturen ohne Pulpa Beteiligung
Schmelz-Dentin-Frakturen ohne Pulpa Beteiligung betreffen die beiden Zahnhartsubstanzschichen Schmelz und Dentin. Durch einen Kompositaufbau oder ein Veneer lässt sich die ursprüngliche Zahnform wieder herstellen. Sollte die Pulpa durch den Unfall allzu stark traumatisiert worden sein, so besteht eine grosse Wahrscheinlichkeit, dass der Zahnnerv abstirbt und eine zusätzliche Wurzelbehandlung notwendig wird.

Schmelz-Dentin-Frakturen mit Pulpa Beteiligung 
Schmelz-Dentin-Frakturen mit Pulpa Beteiligung betreffen sowohl die beiden Zahnhartsubstanzen Schmelz und Dentin, als auch die Pulpa (Zahnmark). Bei einer direkten Beteiligung der Pulpa ist, mit einigen wenigen Ausnahmen, immer mit einer Wurzelbehandlung zu rechnen. Die Zahnform muss meist mit einer aufwändigen künstlichen Krone wieder hergestellt werden.

Die drei oben erwähnten Verletzungen des Zahnes betreffen alle nur die natürliche Zahnkrone, die Zahnwurzel ist nicht betroffen.

Wurzelfrakturen
Wurzelfrakturen (Bruch der Zahnwurzel) können Folge eines starken Zahntraumas durch einen Zahnunfall sein. Bei der Behandlung von Wurzelfrakturen bleibt meist nur eine Extraktion (Zahnziehen) des betroffenen Zahnes. In Ausnahmefällen, wenn die Fraktur der Zahnwurzel nur einige Millimeter unter dem Zahnfleisch liegt, kann der Zahn unter Umständen gerettet werden. In diesen Fällen erfolgt eine Wurzelbehandlung mit einer anschliessenden Überkronung des Zahnes. Die Langzeitprognosen sind jedoch stark reduziert.

Muss der Zahn gezogen werden, so wird die daraus resultierende Lücke häufig mit einem Implantat versorgt. 

Gelockerter Zahn

Ein subluxierter (gelockerter) Zahn kann sowohl als Folge eines Zahnunfalls, als auch während einer kieferorthopädischen Behandlung auftreten.

Wenn es sich um einen Unfall handelt, sollten Sie aus versicherungs-technischen Gründen einen Zahnarzt aufsuchen.

Gelockerte Zähne nach einem Zahnunfall sind relativ häufig. In der Regel bedarf es, nebst einer Schonung des betroffenen Zahnes, keiner weiteren Therapie.

Trotzdem ist eine Zahnuntersuchung auf jeden Fall angebracht. Ihr Zahnarzt wird den betroffenen Zahn untersuchen.

Jeder Zahnunfall führt zu einer Reizung des Zahnnervs. Dieser kann unter Umständen auch noch Wochen oder Monate nach dem eigentlichen Unfallereignis absterben. Abgestorbene oder absterbende Zahnnerven bereiten meist starke Schmerzen und müssen wurzelbehandelt werden. Zudem ist meist mit einer Verfärbung der natürlichen Zahnkrone zu rechnen, welche mit einem Bleaching wieder aufgehellt werden kann. Bei einer korrekten Zahnschadensmeldung werden sämtliche anfallenden Kosten von der Versicherung gedeckt.

Herausgeschlagener Zahn

Totalluxierte (herausgeschlagene) Zähne können unter günstigen Bedingungen wieder eingepflanzt werden. Dies bedingt aber ein schnelles Handeln, sowie eine korrekte Handhabung des herausgeschlagenen Zahnes.

Herausgeschlagenen Zähne sollten unbedingt gesucht werden, da eine Reposition (Wiedereinsetzten) zum Teil möglich ist.

Bei herausgeschlagenen Zähnen empfehlen wir folgende Vorgehensweise:

  • Möglichst schnell eine Zahnarztpraxis aufsuchen
  • Herausgeschlagene Zähne immer suchen
  • Verschmutzte Zahne unter Wasser abspülen
  • Herausgeschlagenen Zahn nur an der Zahnkrone anfassen
  • Herausgeschlagenen Zahn feucht halten

Zahnarztpraxis schnell aufsuchen 
Die Zahnarztpraxis sollte möglichst schnell aufgesucht werden, da damit die Erfolgschancen für ein Einheilen des herausgeschlagene Zahnes steigen.

Verschmutzte Zähne 
Verschmutzte Zähne sollten nur unter Wasser abgespült werden. Unter keinen Umständen dürfen Desinfektionsmittel zur Säuberung verwendet. Versuchen Sie den Zahn auch nicht sauber zu kratzen, diese zerstört die Wurzelhaut und verunmöglicht somit eine Einheilung.

Herausgeschlagenen Zähne sollten unter allen Umständen feucht gehalten werden. Ein Austrocknen des Zahnes führt zum Absterben der Wurzelhaut und verunmöglicht somit eine Einheilung. Zur Feuchthaltung eignen sich:

  • Milch
  • Physiologische (0,9%ige) Kochsalzlösung (in der Apotheke zu beziehen)
  • Notfalls unter die Zunge des Patienten
  • Dentosafebox
  • Dento-Safe-Box
  • Die Dento-Safe-Box ist eine Zahnrettungsbox, die in vielen Apotheken erhältlich ist. Der pH-Wert beträgt 7,2 bis 7,3 und ist durch ein spezielles Nährmedium gepuffert. Die Nährlösung sichert das Überleben der Wurzelhaut für 24 Stunden. Die Wurzelhaut ist für ein Einheilen des herausgeschlagenen Zahnes von grösster Bedeutung. Ein Antibiotikum ist nicht enthalten.

Eine Dento-Safe-Box gehört in jede Schule und jede Sporthalle.

Behandlung
Der Zahnarzt wird den Zahn reponieren (einsetzen) und mit einer Schiene an den Nachbarzähnen befestigen. Damit wird eine Stabilisierung und Ruhigstellung des betroffenen Zahnes erreicht. Der Langzeiterfolg ist insbesondere abhängig von:

  • Kurzer Verweildauer des Zahnes ausserhalb der Mundhöhle
  • Kurzer Transportdauer
  • Schienung
  • anschliessende Wurzelbehandlung
  • Die Überlebenschancen eines herausgeschlagenen Zahnes liegen über fünf Jahre bei ungefähr 50%. Oft erfolgt mit den Jahren eine Resorption (Auflösen) der Wurzel. Als Folge davon muss der Zahn extrahiert (gezogen) werden.

Bei einem herausgeschlagenen Zahn muss, infolge der Kontamination (Verunreinigung) der Zahnoberfläche immer auch an Wundstarrkrampf (Tetanus) und die entsprechende Impfung gedacht werden.

Verschobener Zahn

Verschobene (luxierte) Zähne werden meist durch Zahnunfälle oder Schlägereien verursacht und müssen von einem Zahnarzt wieder korrekt eingegliedert werden. Dabei kommt meist eine Schienen-Therapie zur Anwendung.

Folgende Zahn-Luxationen (Zahnverschiebungen) lassen sich unterscheiden:

  • Laterale Luxation (Seitliche Verschiebung des Zahnes)
  • Extrusion (Zahn ragt nach dem Unfall aus der Zahnreihe hinaus)
  • Intrusion (Zahn wurde durch den Unfall tief in die Zahnfach hineingestossen
  • Luxationen müssen grundsätzlich durch einen Zahnarzt behandelt werden. Dabei werden die Zähne in die korrekte Position gebracht und mit einer Schiene an den Nachbarzähnen befestigt. Die Schiene dient zur Ruhigstellung und Schonung des betroffenen Zahnes.

Luxationen führen häufig zum Absterben des Zahnnervs und müssen mit einer Wurzelbehandlung therapiert werden. Devitale (abgestorbene/abgetötete) Zähne führen häufig zu einer Verfärbung der Zahnkrone. Diese Verfärbungen können mit geeigneten Bleichmethoden aufgehellt werden.

Bei intrudierten (hineingestossenen) Zähnen erfolgt recht häufig eine spontane Extrusion. Das heisst der Zahn wird durch das umliegende Gewebe, ohne Zutun des Zahnarztes, wieder hinausgeschoben. Selbstverständlich müssen auch intrudierte Zähne geschient werden.

Fremdkörper

Fremdkörper können, als Folge eines Zahnunfalls, in Zahnfleisch und übrige Weichteile eindringen und Entzündungen und Eiterungen auslösen.

Fremdkörper als Folge von Zahnunfällen
Schmutzpartikel und Fremdkörper in Form von Splittern können tief in die Weichgewebe eindringen und Entzündungen und Eiterungen auslösen. Bei Zahnunfällen gilt es deshalb immer auch an Wundstarrkrampf zu denken. Liegt die letzte Schutzimpfung mehr als zehn Jahre zurück, so sollte die Impfung aufgefrischt werden.

Fremdkörper müssen vom Zahnarzt entfernt werden, da sonst keine Heilung erfolgen kann. Die Wunde wird mit Spüllösungen und antibakteriellen Sprays desinfiziert. Unter Umständen müssen Antibiotika verschrieben werden. Bei grösseren, klaffenden Wunden muss das Weichgewebe zusätzlich mit mehreren Nähten fixiert werden. Die Nahtentfernung erfolgt meist nach sieben bis zehn Tagen.

Nach Entfernung der Fremdkörper heilen Wunden in der Mundhöhle schnell und meist ohne Narbenbildung ab.

Andere Fremdkörper
Fremdkörper in Form von Fischgräten oder Fruchtkernen könne unter Umständen unters Zahnfleisch gelangen und eine lokale Entzündung auslösen. Sollte es Ihnen nicht auf Anhieb gelingen diese Fremdkörper zu entfernen, kontaktieren Sie bitte Ihren Zahnarzt. Dieser hilft Ihnen sicher gerne schnell und kompetent.

Zerbrochene Prothese

Eine zerbrochene Prothese ist zwar äusserst ärgerlich und unangenehm, steht sie aber nicht im Zusammenhang mit einem Zahnunfall, so ist sie kein eigentlicher Notfall.

Eine zerbrochene Prothese kann folgende Ursachen haben:

  • Unfall
  • Unsachgemässe Behandlung 
  • Zum Beispiel Fallen lassen der Prothese bei der täglichen Reinigung
  • Materialfehler
  • Materialermüdung

Bei einer Prothesenfraktur infolge eines Unfalles, gilt es vor allem die Weichgewebe auf Verletzungen zu untersuchen. Das Ausfüllen eines Zahnschadenformulars garantiert Ihnen eine Kostenübernahme durch die Versicherung.

Zerbrochene Prothesen können häufig relativ schnell und kostengünstig vom Zahntechniker repariert werden. Meist reicht ein Arbeitstag dafür aus.

Zerbrochene Prothesen sind etwas Unangenehmes. Um Ihnen möglichst schnell helfen zu können, haben wir jeden Tag Zeitreserven für Notfallbehandlungen und unangenehme zahnmedizinische Situationen (zerbrochene Prothesen, herausgefallene Zahnfüllungen usw.) eingeplant.

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