Wurzelbehandlung

Unter einer Wurzelbehandlung versteht man die mechanische, chemische und zum Teil auch physikalische Aufbereitung des Pulpkavum und der Wurzelkanäle.

Was sind die Anzeichen für eine Wurzelbehandlung?

Eine Entzündung des Zahnnerven macht sich in der Regel durch zunehmende Schmerzen bemerkbar. Oft beginnend mit einer Überempfindlichkeit und einem Nachziehen bei kalten oder heissen Speisen, kommt es mit zunehmendem Entzündungsgrad zu massiven Schmerzen auf Druck. In vielen Fällen bleibt als Therapie nur eine Wurzelbehandlung. Hauptverursacher ist eine nicht behandelte Karies, welche sich mit der Zeit bis tief in den Zahn vorarbeitet und zu einer Schädigung des Nervs führt.

Eine Entzündung im Inneren des Zahnes ist zu Beginn unangenehm. Mit zunehmendem Entzündungsgrad werden die Schmerzen meist unerträglich. Unbehandelt kann es zu groben Schwellungen mit Eiteransammlungen kommen, die lebensbedrohliches Ausmass annehmen können. 

Dr. Christoph Weber

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Ursachen und Risiken einer Wurzelbehandlung

  • Eine Wurzelkanalbehandlung kann in folgenden Fällen nötig sein:
    • Akute Pulpitis 
    • Abgestorbener Zahnnerv (häufig einige Monate bis Jahre nach einer tiefen, pulpanahen Füllung)
    • Zur Verankerung einer Stiftkrone oder eines Halteelementes einer Hybridprothese
  • Die Erfolgsquote bei Wurzelbehandlungen liegt bei 80-90 %. Trotzdem muss man sich bewusst sein, dass ein wurzelbehandelter Zahn eher zu Problemen neigt, als ein vitaler Zahn.
  • Bei Komplikationen kann eine Wurzelspitzenresektion hilfreich sein. Ursachen für einen Misserfolg sind unter anderem:
    • Unzugängliche Wurzelkanalabschnitte
    • Verlegung des Wurzelkanals durch starke Krümmung der Wurzel oder Kanal-Verzweigungen
    • besonders hartnäckige Mikroorganismen 
    • Perforation der Wurzel bei der Kanalaufbereitung
    • Wurzelfraktur
    • abgebrochenen Wurzelkanalinstrumente

Fragen und Antworten zur Wurzelbehandlung

Was ist der Zweck einer Wurzelbehandlung? 

Meist ist die Ursache einer Wurzelbehandlung ein stark entzündeter oder abgestorbener Zahnnerv. Ziel einer Wurzelbehandlung ist es, die Bakterien, welche für die Entzündung zuständig sind, aus dem Wurzelkanal zu entfernen.

Sind die Schmerzen nach einer Wurzelbehandlung gleich weg?

In der Regel sollten der betroffene Zahn nach dem Nachlassen der Spritzenwirkung nicht mehr schmerzen. Sie werden aber fühlen, dass an diesem Zahn gearbeitet wurde. Sollten Sie 24 Stunden nach einer Wurzelbehandlung noch Schmerzen verspüren oder der Zahn auf Druck stark empfindlich sein, so suchen Sie bitte unverzüglich Ihren Zahnarzt auf.

Warum muss ein toter Zahnnerv aus einem Zahn entfernt werden?

Stirbt ein Zahnnerv ab (Nekrose), so bleibt totes Material in den Wurzelkanälen liegen. Dieses kann Entzündungen verursachen und sollte deswegen unbedingt entfernt werden.

Mehr Informationen zu Wurzelbehandlung

Ziel und Ablauf einer Wurzelbehandlung

Ziel einer Wurzelbehandlung ist es, die Bakterien, welche für die Entzündung zuständig sind, zu entfernen.

  • Bei akuten Schmerzen erfolgt in einem ersten Schritt eine Lokalanästhesie.
  • Danach erfolgt die Eröffnung der Pulpahöhle mit einem Bohrer.
  • Mit einem Kofferdam wird der Zahn vom Rest der Mundhöhle abgeschirmt.
  • Die Wurzelkanäle (je nach Zahn können es mehrere sein) werden mit rotierenden Instrumenten aufbereitet. Ziel ist es, möglichst viel des entzündeten Gewebes zu entfernen. Wegen der speziellen Morphologie der Wurzelkanäle ist dies mitunter sehr anspruchsvoll und zeitraubend.
  • Mit Spüllösungen und Ultraschall werden die Kanäle chemisch desinfiziert. Zusätzlich erfolgt bei uns eine physikalische Desinfektion mittels Softlaser. Anschliessend mit Papierspitzen getrocknet.
  • Die getrockneten Kanäle werden nun mit einem Medikament auf antibiotischer Basis gefüllt und der Zahn mit einer provisorischen Füllung versorgt. Das Medikament dient der Reduzierung der Bakterienanzahl und der Beruhigung des umliegenden Gewebes.
  • Nach ungefähr 3-4 Wochen wird das Medikament durch ein definitives Wurzelfüllmaterial ersetzt.

Mehr Informationen zur Pulpa und zum Zahnnerv

Die Pulpa, auch Zahnpulpa oder Zahnmark genannt, besteht aus verschiedenen Geweben und dient sowohl der Ernährung der vitalen Strukturen eines Zahnes, als auch der Perzeption. Im Volksmund wird das Zahnmark häufig mit Zahnnerv gleichgesetzt. Dies ist jedoch falsch.

Jeder vitale Zahn besitzt eine Pulpa. Das Zahnmark besteht aus:

  • Zahnnerv
  • Blutgefässe
  • Lymphgefässe
  • Bindegewebe

Zahnnerv
Der Zahnnerv sowie die restlichen Gewebe treten über ein Foramen an der Wurzelspitze in den Zahn ein. Die Pulpa liegt geschützt in einer Höhle, welche von Dentin und Zahnschmelz umgeben ist. Der Zahnnerv dient der Perzeption. Bei überempfindlichen Zahnhälsen beispielsweise reagiert der Nerv ziemlich heftig auf Kälte und Wärme. Meist lässt sich die Situation durch Desensibilisierung in den Griff kriegen. Überempfindliche Zahnhälse können aber auch zu einer Pulpitis führen. Diese ist meist irreversible. Als Therapie bleibt nur die Wurzelbehandlung.

Blutgefässe
Die Blutgefässe dienen der Ernährung der vitalen Gewebe, insbesondere des Dentins. Bei Unfällen kann es zur Ruptur dieser feinen Gefässe kommen. Blut tritt aus und kann nicht abfliessen. Als Folge davon verfärbt sich der Zahn und der Zahnnerv kann absterben. Eine Wurzelbehandlung sowie ein eventuelles Bleaching sind die Folge. 

Lymphgefässe
Die Lymphgefässe dienen dem Flüssigkeitsabtransport aus dem Gewebe und sind mit lymphatischen Organen verbunden, welche der Abwehr dienen.

Bindegewebe
Das Bindegewebe stützt und umgibt den Zahnnerv, Blut- und Lymphgefässe.

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