Kinderzahnmedizin

Die Kinderzahnmedizin ist ein wichtiges Teilgebiet der Zahnmedizin. Vorbeugende Massnahmen sind für eine lebenslange Zahnerhaltung im Kindesalter, sehr wichtig.

Eltern tragen wesentlich zu einem erfolgreichen Zahnarztbesuch bei

Als Vorbilder prägen sie die Kinder. Hat ein Elternteil Angst vor dem Zahnarzt und äussert diese auch laut, so wird sich diese Angst in der Regel auch auf das Kind übertragen. Messen die Eltern der Zahnpflege keine Bedeutung bei, so überträgt sich dies ebenfalls.

Die Sorge um Kinder fängt schon in der Schwangerschaft an und hört wohl nie auf.

Geben Sie Ihrem Kleinkind keine Schoppen mit zucker- oder säurehaltigen Getränken. Vor allem vor dem Einschlafen, wenn der Zucker nicht mehr vom Speichelfluss verdünnt wird und keine Zahnreinigung mehr stattfindet, ist auf einen gesüssten Schoppen zu verzichten. Negative Folge von zuckerhaltigen Schoppen sind Flaschenkaries, auch Bottle-Karies genannt. Weil vor allem die Innenseiten der oberen Schneidezähne davon betroffen sind, wird dies von den Eltern meist erst bei stark fortgeschrittenem Kariesbefall festgestellt. Ein vorzeitiger Verlust der Zähne kann die Folge sein.

Wir empfehlen nur ungesüssten Tee oder Wasser als Füllmittel für Schoppen zu verwenden. Auch Fruchtsäfte sind ungeeignet und sollten nur zu den drei Hauptmahlzeiten konsumiert werden. Die Zähne Ihrer Kinder werden es Ihnen danken.

Eine negative Erfahrung beim Zahnarzt kann ein Leben lang anhalten. In diesem Bewusstsein sind mir meine kleinsten Kunden die allerwichtigsten. Kinder brauchen viel Zeit, viel Einfühlungsvermögen und oft auch viel Geduld.

Dr. Christoph Weber

Termin buchen

Fragen und Antworten rund um die Kinderzahnmedizin

Gibt es speziell ausgebildete Kinderzahnärzte? 

Ja. Es gibt die Möglichkeit, sich an der Universität auf der Abteilung für Kinderzahnmedizin weiterzubilden.

Was kann ich tun, um meinem Kind die Angst vor dem Zahnarzt zu nehmen?

Sprechen Sie vor dem Kind nie negativ über den Zahnarzt. Drohen Sie dem Kind nie mit dem Zahnarzt und zeigen Sie ihm anhand geeigneter Kinderbücher, wie ein Zahnarztbesuch abläuft.

Hilfe, mein Kind lutscht an seinem Daumen. Was soll ich tun? 

Das Lutschen des Daumens ist bis zu einem gewissen Alter normal. Meistens hören Kinder vor dem Durchbruch der bleibenden Zähne damit auf. In ganz hartnäckigen Fällen kann ein Besuch beim Zahnarzt hilfreich sein.

Muss man das Zahnfleisch aufschneiden, wenn das Kind beim Zahndurchbruch dauernd Schmerzen hat?

Nein, nur falls der Durchbruch der Bleibenden Zähne stark verzögert ist. Wenn durch Narbengewebe die Zähne am korrekten Durchbrechen behindert werden, wird eine Inzision durchgeführt. Dies ist vor allem bei vorzeitigem Verlust der Milchzähne infolge von Karies oder Unfällen der Fall.

Darf ich meinem Kind Milch in die Flasche geben oder ist das schlecht für die Zähne? 

Wir empfehlen Wasser oder ungesüssten Tee als Getränk. Milch ohne Zusatz von Süssstoffen kann während dem Tag auch verwendet werden, sollte jedoch nicht als Nachtschoppen gebraucht werden. 

Mein Kind hat einen Milchzahn mit Karies. Ist es nötig diesen zu Behandeln? 

Milchzähne haben Platzhalterfunktion für die Bleibenden Zähne und sollten bei Kariesbefall behandelt werden. Auszunehmen davon sind die oberen und unteren Milchfrontzähne, die bereits mit sechs Jahren durch Bleibende Zähne ersetzt werden.

Ich habe grosse Mühe, dass mein Kind drei Mal am Tag die Zähne putzt. Ist das wirklich nötig? 

Regelmässiges Zähneputzen nach den Hauptmahlzeiten ist massgeblich an der Karies-Prophylaxe beteiligt. Sie ersparen sich viel Ärger und unnötige Kosten.

Mein Kind wird wohl die Zahnstellung von mir geerbt haben. Es ist jetzt 3 Jahre alt. Empfehlen Sie mir eine Zahnversicherung? Decken Zahnversicherungen überhaupt Zahnregulationen ab? 

Ja, ich empfehle Ihnen unbedingt eine Zahnversicherung abzuschliessen die kieferorthopädische Behandlungen einschliesst. Meist kann ab einem Alter von acht bis zehn Jahren beurteilt werden, ob eine kieferorthopädische Behandlung nötig wird oder nicht. Die Versicherung kann dann immer noch gekündigt werden.

Mehr Informationen zur Kinderzahnmedizin

Wann soll ich mit meinem Kind das erste Mal zum Zahnarzt?

Immer wieder bekomme ich die Frage gestellt: Wann soll ich mit meinem Kind das erste Mal zum Zahnarzt. Wünschenswert wäre, dass Kind kennenzulernen, bevor es irgendwelchen Handlungsbedarf meinerseits gibt, und vor allem, bevor es Zahnschmerzen hat. Vereinbaren Sie mit mir einen Kontrolltermin, bei dem ein Elternteil zur Zahnarztkontrolle kommt und vom Kind begleitet wird. Ein positives Erlebnis beim Zahnarzt schafft eine wichtige Voraussetzung für die Zukunft.

Ganz wichtig für einen stressfreien und angenehmen ersten Zahnarztbesuch ist die Einstellung der Eltern zum Thema Zahnarzt. Leider stelle ich immer wieder fest, dass sich die Ängste der Eltern direkt auf ihr Kind übertragen. Wird über den Zahnarztbesuch zu Hause gesprochen, so meist nur im Zusammenhang mit Angst und Schmerzen. Diese Kinder kommen dann meist total verängstigt zu uns. Es wird danach sehr schwierig die künstlich aufgebaute Angst wieder abzubauen.

Sie erweisen sich und allen Beteiligten einen grossen Gefallen, wenn Sie sich nicht negativ zum Thema Zahnarzt äussern. Lassen Sie das Kind seine eigenen Erfahrungen machen!

Nuggi- und Daumenlutschen - Problem Zähne

Zu langes Benutzen von Nuggi oder Daumenlutschen bis über das fünfte Lebensalter wirkt negativ auf die Kiefer -und Gebissentwicklung. Massive Fehlstellungen der Zähne können die Folge sein und längerfristig Probleme verursachen.

Nuggis oder Daumen haben, über einen längeren Zeitraum verwendet, Einfluss auf die Zahnstellung. Sie beeinflussen, ähnlich wie kieferorthopädische Apparaturen, die Entwicklung des Kieferknochens. Ihre Wirkung ist aber ungerichtet und immer negativ. Bei Daumenlutschen, oder Benutzen von Nuggis bis über das fünfte Lebensalter wird das Wachstum des Kiefers lokal gehemmt. Dellen im Knochen und ein frontoffener Biss (zwischen Oberkiefer- und Unterkieferzähnen besteht beim Zusammenbeissen eine Lücke) sind die häufigsten Folgen. Der Nuggi sollte am dem 4. Lebensjahr langsam abgewöhnt werden. Daumenlutschen kann nur sehr schwer wieder abgewöhnt werden.

Zahndurchbruch - Zahnen

Der Zahndurchbruch, auch Zahnen genannt, ist ein natürlicher Vorgang der häufig auch mit leichten Schmerzen verbunden ist. Es gibt dagegen spezielle Zahnungsgels oder Beissringe. Tipp: Beissringe kühlen wirkt besser.

Der Durchbruch der Milchzähne erfolgt in der Regel zwischen dem fünften und dem 30. Lebensmonat. Es gibt aber auch einige wenige Neugeborene, die bereits mit einem oder zwei Zähnen zur Welt kommen. Meistens brechen die unteren Milchzähne zuerst durch. Klassischerweise erfolgt der Durchbruch des zentralen unteren Schneidezahnes im sechsten Monat. Ein mit Sicherheit wichtiges Ereignis im elterlichen Alltag. Im zehnten, beziehungsweise zwölften Monat erfolgt der Durchbruch der oberen Schneidezähne.

Ende des ersten Lebensjahres sollten normalerweise sechs Milchzähne durchgebrochen sein. Ende des zweiten Lebensjahres sind meistens 16 Zähne vorhanden. Nach Abschluss des 30. Lebensmonats ist meist die ganze Milchdentition durchgebrochen. Das vollständige Milchgebiss besteht aus 20 Zähnen.

Schon lange vor dem Zahndurchbruch kann das Baby durch das Wachstum der Zähnchen leichte Schmerzen verspüren. Ein vermehrter Speichelfluss, Quengeln, auffallend rote Bäckchen oder ein Fäustchen im Mund sind Anzeichen für das Zahnen.

Milchgebiss - Milchzähne

Milchzähne sind wichtig! Immer wieder höre ich, dass Milchzähne doch durch bleibende Zähne ersetzt werden und deswegen nicht wichtig seien. Das ist falsch. Ein vollständiges Milchgebiss ist eine Grundvoraussetzung für einen späteren problemlosen Abtausch der bleibenden Zähne.

Der menschliche Kiefer ist schon von Natur aus sehr eng bemessen und bietet oft zu wenig Platz für eine ästhetische Eingliederung sämtlicher bleibenden Zähne. Eine spätere kieferorthopädische Behandlung ist häufig wünschenswert.

Milchzähne haben Platzhalterfunktion für die späteren bleibenden Zähne und sind massgeblich am Kieferwachstum beteiligt. Wenn Milchzähne vorzeitig verloren gehen und der bleibende Zahn noch nicht durchbricht entsteht eine Zahnlücke. Diese Lücke verkleinert sich sehr schnell. Der bleibende Zahn wird aus Platzmangel an einem korrekten Durchbruch gehindert. Um dies zu verhindern, werden die beiden Nachbarzähne links und rechts der Lücke durch einen Draht (Lückenhalter) daran gehindert, die Lücke zu verkleinern.

Kinderzahnpflege und Jugendzahnpflege

Die betreute Kinderzahnpflege beginnt in der Schweiz mit dem Eintritt in den Kindergarten im Alter von etwa fünf Jahren. Die Jugendzahnpflege beginnt mit dem Eintritt in die Oberstufe und wird, wie die Kinderzahnpflege, durch Instruktoren gewährleistet. Eine regelmässige Zahnreinigung sollte aber schon so früh wie möglich stattfinden und ist Aufgabe der Eltern.

Sobald der erste Milchzahn durchbricht, sollte mit der Mundhygiene begonnen werden. Dies kann bereits im Alter von sechs Monaten der Fall sein und ist Aufgabe der Eltern, da das Kind selbstverständlich dazu noch nicht in der Lage ist.

Die ersten zwei Lebensjahre kann auf eine Zahnpaste verzichtet werden. In dieser Zeit ist vor allem die mechanische Reinigung mit einem Fingerling, sowie das Angewöhnen des Kleinkindes an einen zeitlichen Ablauf wichtig. Die Zähne sollten nach den drei Hauptmahlzeiten geputzt werden. Bedenken Sie als Eltern aber auch immer: Sie sind das Vorbild. Sie werden nicht vom Kind verlangen können was Sie selber nicht tun.

Im Alter von zwei bis fünf Jahren besteht eine optimale Reinigung der Milchzähne in der Kombination von Kinderzahnbürste und Kinderzahnpaste. Die Kinderzahnpaste ist ebenfalls mit Fluorid angereichert um gegen Karies wirksam zu sein. Sie enthält aber im Vergleich zur Erwachsenenzahnpaste eine fünfmal geringere Konzentration an Fluorid. In Alter zwischen zwei und fünf Jahren sind immer noch die Eltern hauptverantwortlich für die tägliche Mundhygiene. Es ist aber wichtig, dass man dem Kind langsam aber stetig Verantwortung überträgt und mit ihm die Bewegungsabläufe beim Zähneputzen übt.

Mit dem Beginn des sechsten Lebensjahres wird das Kind meist den Kindergarten besuchen. Ab hier und bis zum Verlassen der obligatorischen Schulstufe erfolgt eine professionelle Betreuung durch die Kinderzahnpflege, beziehungsweise später durch die Jugendzahnpflege. Dem Kind wird mehrmals jährlich durch eine Instruktorin der korrekte Umgang mit der Zahnbürste gezeigt und auch geübt. Überdies erfolgt jeweils eine kleine Ernährungslehre.

Sobald das Kind weiss, dass es die Zahnpaste nicht schlucken darf, kann der Wechsel auf die Erwachsenenzahnpaste erfolgen. Dies ist meist im Alter von sechs bis acht Jahren der Fall. Der Grund ist die fünfmal höhere Konzentration an Fluorid, welche die Zähne viel besser vor Karies schützt. Fluorid ist in zu hohen Dosen toxisch (giftig) und sollte deswegen nicht geschluckt werden. Mit dem Einsatz der Erwachsenenzahnpaste sollte gewartet werden, bis das Kind weiss, dass es die Zahnpaste nicht schlucken darf.

Spätesten ab dem 14. Lebensjahr sollte das Kind zusätzlich zur Zahnbürste und Zahnpaste Zahnseide verwenden. Diese dient der Reinigung der Zahnzwischenräume. Die Handhabung der Zahnseide wird in der Jugendzahnpflege instruiert.

Zahnregulationen bei Kindern mit Zahnspangen

Früher noch verhasst wie die Pest, erfreuen sich Zahnspangen heute grösster Beliebtheit und gelten vor allem bei älteren Kindern als trendig. Spangen dienen zur Zahnregulation und korrigieren Fehlstellungen.

Die Korrektur von Zahnfehlstellungen gehört in die Hände eines Spezialisten. Allgemeinzahnärzte erkennen Fehlstellungen und vermitteln Ihnen gerne einen Kieferorthopäden.

Die Kieferorthopädie beschränkt sich nicht nur auf die Kinder. Auch bei Erwachsenen gibt es Möglichkeiten,

5 Tipps zur Erhaltung Ihrer Zahngesundheit

Gefunden was Sie gesucht haben?