Weisheitszahnentfernung

Der von der Mitte her gezählte achte Zahn wird, so er denn vorhanden ist, als Weisheitszahn bezeichnet.

Wie wird ein Weisheitszahn entfernt?

Weisheitszahnentfernungen erfolgen ambulant in Lokalanästhesie. Bei durchgebrochenen Weisheitszähnen und günstigem Wurzelverlauf erfolgt eine Weisheitszahn Extraktion nur mit Hilfe von Spezialzangen und Zahnhebeln. Ein aufwändiges Aufschneiden des Zahnfleisches und wegfräsen des Knochens entfällt. Eine Schwellung bleibt in der Regel aus.

Bei noch nicht durchgebrochenen Weisheitszähnen oder ungünstigem Wurzelverlauf ist eine operative Entfernung des Weisheitszahnes notwendig. Mehr dazu weiter unten.

Weisheitszahnentfernungen haben gewisse Risiken. Gut aufgeklärt und kompetent behandelt, braucht man sich aber nicht davor zu fürchten. 

Bei sehr heikler Lage des Weisheitszahnes, oder bei schlechtem allgemeinmedizinischem Zustand des Patienten, überwiesen wir immer an einen Kieferchirurgen.

Dr. Christoph Weber

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Was sind die Gründe für eine Weisheitszahnentfernung

  • Dentitio difficilis (erschwerter Zahndurchbruch)
  • Verlagerte Weisheitszähne
  • Auf Empfehlung eines Kieferorthopäden

Fragen und Antworten rund um die Weisheitszahnentfernung

Mein Weisheitszahn schmerzt nicht und macht mir keine Probleme. Trotzdem will ihn mein Zahnarzt entfernen. Ist das nötig? 

Ohne Röntgenbild kann ich dies nicht schlüssig beantworten. Es kann aber durchaus sinnvoll sein, einen Weisheitszahn zu entfernen, ohne dass dieser Probleme verursacht. Mehr dazu finden Sie unter Gründe für die Extraktion.

Ich bin 75 und mein Zahnarzt möchte meinen Weisheitszahn operativ entfernen. Ist dies nicht ein unnötiges Risiko? 

Bei älteren Patienten entfernen wir Weisheitszähne nur bei Schmerzen oder bei massiven Entzündungen.

Übernimmt die Krankenkasse die Kosten für eine operative Weisheitszahnentfernung?

Grundsätzlich sind die Kosten einer operativen Weisheitszahnentfernung nicht kassenpflichtig. Bei stark verlagerten und gekippten Weisheitszähnen, werden die Kosten zum Teil von der Krankenkasse übernommen. Dies muss jedoch vor der Operation immer individuell abgeklärt werden.

Mehr Informationen zur Weisheitszahn Extraktion

Dentitio difficilis 

Die Dentitio difficilis ist der häufigste Grund für eine Extraktion und betrifft hauptsächlich die unteren Weisheitszähne. Enge Platzverhältnisse führen dazu, dass der Weisheitszahn zu wenig Platz findet um korrekt durchzubrechen. Er bricht dann entweder gar nicht (retiniert), oder nur teilweise (teilretiniert) durch. Eine dentitio difficilis äussert sich vorwiegend in:

  • Reduzierter Allgemeinzustand
  • Lokale Schleimhautentzündung, oft in Kombination mit Mundgeruch/Mundfäule
  • Kieferklemme, als Folge der lokalen Schwellung
  • Schluckbeschwerden

Bei Verdacht auf eine dentitio difficilis sollte sofort ein Zahnarzt aufgesucht werden. Ein Nichtbehandeln einer Dentitio difficilis kann mit der Zeit lebensbedrohende Ausmasse annehmen, da die Entzündung meist in einen lokalen Abszess übergeht. Breitet sich dieser Abszess Richtung Mediastinum aus, so besteht akute Lebensgefahr.

Eine Dentitio difficilis kann wie folgt behandelt werden:

  • Eine Kürettage mit einer anschliessenden lokalen Antibiotika Applikation.
  • Eine Inzision unter Loaklanästhesie. Die Wunde wird anschliessend mit einer Antibiotika getränkten Gaze versorgt.

Die erste Methode wird von uns bevorzugt, da eine Lokalanästhesie und eine Inzision entfallen. Bei einer schweren Dentitio difficilia muss jedoch meist inzidiert, sowie lokal Antibiotika verabreicht werden.

Verlagerte Weisheitszähne

Verlagerte Weisheitszähne können auf benachbarte Zahnwurzeln drücken und dadurch unklare Gesichts- und Ohrschmerzen verursachen. Eine Resorption der benachbarten Wurzel ist ebenfalls nicht auszuschliessen.

Kieferorthopäden

Kieferorthopäden wünschen zum Teil im Rahmen einer kieferorthopädischen Behandlung eine Extraktion der Weisheitszähne. Die Weisheitszahnentfernung erfolgt in diesen Fällen oft erst nach Abschluss der kieferorthopädischen Behandlung.

Operatives Vorgehen

  • Terminal und Leitungsanästhesie zur Betäubung des Operationsgebietes
  • Inzision mit einem Skalpell und Bildung eines Schleinhautlappens
  • Darstellung der knöchernen Situation
  • Ostektomie mittels Knochenfräse um die Zahnkrone darzustellen
  • Eventuelles Trennen von Zahnkrone und Zahnwurzel (je nach Situation)
  • Entfernung der Zahnkrone und der Zahnwurzel
  • Säuberung der Wunde und Glättung des Knochens um eine komplikationslose Heilung zu fördern
  • Fixierung des Schleimhautlappens mittels Naht
  • Platzierung eines Drains zur Vorbeugung gegen Entzündungen

Zirka 5-7 Tage nach der Operation erfolgt die erste Wundkontrolle. Die Gaze und die Nähte werden entfernt und die Wunde kräftig mit einer desinfizierenden Lösung gespült. 

Schmerzloser Eingriff

Eine Weisheitszahnentfernung ist grundsätzlich ein schmerzloser Eingriff. Das ganze Operationsgebiet wird zuvor grossflächig betäubt. Trotzdem ist eine Weisheitsextrakion sicher nichts Angenehmes und wird von vielen Patienten gefürchtet. Die Furcht hat meist mit Schauergeschichten aus dem Freundes- und Bekanntenkreis zu tun. Ich empfehle Ihnen, aber diesen Geschichten nicht allzu viel Glauben zu schenken. Meist wurden die Geschichten dramatisiert.

Während der Operation sollten Sie ausser dem unangenehmen Geräusch der Knochenfräse und Druck Gefühlen beim Gebrauch von Zangen und Hebeln, nichts spüren.

Damit Sie nach einer Operation keine Schmerzen verspüren, erhalten Sie von uns Schmerzmittel. Zur Kühlung empfehlen wir Ihnen die Verwendung von Cold-Packs (Kühlbeutel). 

Mehr Informationen zu Risiken Weisheitszahn Operation

Die Risiken einer Weisheitszahnentfernung haben vor allem mit gewissen Nachbarstrukturen der Weisheitszähne zu tun. Bei einer Weisheitszahnoperation muss im Unterkiefer vor allem der Nervus alveolaris inferior geschützt werden. Im Oberkiefer besteht die Gefahr einer Kieferhöhleneröffnung.

Die Häufigkeit von Komplikationen nach operativer Weisheitszahnentfernung wird als gering angesehen, ist aber höher als bei anderen zahnärztlichen Eingriffen. Die häufigsten Komplikationen sind:

  • Sensibilitätsstörungen 
  • Wundheilungsstörungen
  • Eröffnung der Kieferhöhle
  • Verletzung des zweiten Molaren 
  • Unterkieferfraktur

Sensibilitätsstörungen

Sensibilitätsstörungen sind ab und zu nach Weisheitszahnentfernung im Unterkiefer zu verzeichnen. Der Nervus alveolaris inferior liegt meist in unmittelbarer Nachbarschaft zur Wurzel des Weisheitszahnes. In seltenen Fällen verläuft er aber direkt zwischen den Wurzeln des Weisheitszahnes und wird, bei unsachgemässer Entfernung des Weisheitszahnes, beschädigt. Ein vor Behandlungsbeginn erstelltes Röntgenbild gibt Auskunft über die Lage des Nerven und des Weisheitszahnes. Eine Verletzung des Nervus alveolaris führt zu Sensibilitätsstörungen an Lippe und Wangen. In extremen Fällen kann eine Verletzung zu einem totalen Gefühlsverlust in Bereichen der Wange und Lippe führen.

Bei einer Verletzung des Nervus lingualis kann es zu Geschmacksverlust und Sensibilitätsstörungen kommen. Vor allem bei Weisheitszähnen die nach lingual verlagert sind, gilt es besonders vorsichtig zu operieren.

Wundheilungsstörungen

Wundheilungsstörungen zeigen sich vor allem in anhaltende Schmerzen und Wund-Infektionen. Die häufigste Wundheilungsstörung ist die Alveolitis sicca. Die Alveolitis sicca entsteht als Folge eines frühen Verlustes des Blutkoagulum. Ursache für die Schmerzen bei einer Alveolitis sicca ist der freiliegende Kieferknochen, der keinerlei Anzeichen einer Heilung aufweist.

Eröffnung der Kieferhöhle

Auf eine Eröffnung der Kieferhöhle gilt es bei Weisheitszahnentfernungen im Oberkiefer zu achten. Die Wurzel des Weisheitszahnes hat meist eine sehr enge räumliche Beziehung zur Kieferhöhle. Bei einer Entfernung des Weisheitszahnes kann es zu einer akzidentellen Eröffnung der Kieferhöhle kommen. Um eine komplikationslose Abheilung der eröffneten Kieferhöhle zu gewährleisten, gilt es, möglichst nicht zu Schneuzen und zu Niesen. Schneuzen und Niesen führt zu einem Druckanstieg, welcher die Wunde wieder aufreisst. Zudem besteht die Gefahr, dass Luft in die umgebenden Weichteile gepresst wird, was zu einem so genannten lokalen Luftemphysem (Luftansammlung in der Haut) führt. Diese ist gefährlich und muss antibiotisch behandelt werden.

Verletzung der zweiten Molaren

Die Verletzung der zweiten Molaren kann bei sachgemässem Arbeiten vermieden werden.

Unterkieferfrakturen

Unterkieferfrakturen treten vor allem nach operativem Entfernen stark verlagerter Weisheitszähne auf. In diesen Fällen muss zum Teil massiv Knochen entfernt werden um die Weisheitszähne freizulegen, was zu einer lokalen Schwächung des Kieferknochens führt. Um einer Fraktur vorzubeugen, empfehlen wir in diesen Fällen während drei Monaten nur weiche Kost zu sich zu nehmen. Dies heisst natürlich nicht, dass man sich nur noch flüssig ernähren kann. Man sollte aber hartes Brot, Nüsse knacken und dergleichen meiden.

Die Entfernung unterer Weisheitszähne gehört zu den häufigsten chirurgischen Eingriffen im Kopfbereich. Um eine möglichst komplikationslose Entfernung zu ermöglichen, ist eine umfassende Aufklärung über den Eingriff von grosser Bedeutung.

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